Am Abend des 10. Juni 2002 wurde endlich auch der erste Van Hool AG 300 T für Solingen aus dem belgischen Lier überführt. Wieder war der niederländische Bergungsdienst v. d. Zand das ausführende Transportunternehmen.

Gegen 17.30 Uhr setzte sich der Transport in Richtung Deutschland in Bewegung. Die erste Achse mittels Abschleppgabel angehoben, zog die DAF-Zugmaschine vom Typ 95 XF den Obus über die Niederlande, das AK Duisburg zur Abfahrt Haan-Ost (A 46) und schließlich via B 224 zum Betriebshof Weidenstraße. Von der Autobahnabfahrt an wurde der Transport ohne Einschalten der Rundumleuchten vom VW Passat der SWS-Verkehrsaufsicht begleitet. Um 21.30 Uhr erreichte der Transport schließlich den neuen Heimathafen.

Offiziell wurde der neue Gelenkobus Wagen 251 am 19. Juni 2002 geladenen Gästen und am 22. Juni 2002 der Öffentlichkeit präsentiert.

Am 25. September 2002 wurde der erste Wagen im regulären Liniendienst eingesetzt, wenn auch noch sehr zurück haltend nur als Doppelwagen auf einem Kurs der Linie 686 von Aufderhöhe nach Solingen Mitte.

Am 26.09. schließlich wurde derselbe Kurs besetzt und nachmittags erfolgte dann der erste Einsatz als eigenständiger Kurs. Auf 684/8 fuhr der Wagen 253 zwischen 11.39 Uhr und 19.49 Uhr auf der Strecke Widdert - Mitte - Hasselstraße und zurück. Bei den ersten Mitfahrten auf der Gesamtstrecke konnten wir folgende positive Eigenschaften erleben:

- die Geräuschkulisse innen und außen ist sehr leise, dabei erinnern die Geräusch im
  Fahrzeuginnern stark an die des MAN-Gelenkobus, nur dass sie deutlich leiser sind.
- der Wagen besitzt fünf Dachluken, alle mit dem Hinweis "Stromkabel nicht berühren" :-)
- beim Drücken der "Stop"-Taste durch den Fahrgast ertönt ein leiser Gong beim Fahrer.
- das Fahrzeug hat eine sehr ruhige und sachte Fahrweise. Bremsen und Anfahren mit
  der automatischen Haltestellenbremse erfolgt ohne Ruckeln und ohne "Pfeifen".
- der Sitzabstand zum Vordermann bzw. sein Gegenüber ist deutlich größer.
- an der mittleren Tür gibt es keine Trittmatte mit Belastungskontakt mehr, sondern
  nur eine Lichtschranke. An der hinteren Tür befindet sich noch eine solche Matte,
  die in den Berkhof oft durch unwissentliches Betreten durch die Fahrgäste zu
  Verzögerungen bei der Abfahrt der Fahrzeuge führt.
- das akustische "Stromlos"-Signal erhält eine weitere Funktion: beim Umlegen des
  Weichenschalters durch den Fahrer piept dieser Summer bis zum Wiederausschalten.

Insgesamt machte das Fahrzeug einen soliden und komfortablen Eindruck. Auch weitere Fahrgäste äußerten sich positiv über de Obus, der erstmalig auch eine Haltestellenanzeige entgegen der Fahrtrichtung besitzt.

Die Van Hool wurden in den folgenden Tagen weiterhin nur auf der 684 oder dem Umlauf der 685/686 eingesetzt. Mit dem neuen Dienstplan ab 01.10.2002 laufen die ersten Fahrzeuge im Gesamtnetz, bis Anfang 2003 sind alle 20 Fahrzeuge ausgeliefert, zugelassen und werden im Liniendienst eingesetzt.


Technische DateN
 
Fahrgestell/Aufbau Van Hool
elektr. Ausrüstung Kiepe Elektrik
Motor Skôda Drehstrom-Asymchronmotor
Leistung 170 kW
V/max 65 km/h (elektr. begrenzt)
Hilfsmotor KHD Kirsch BF 4 M 1013, 80 kW
Maße (H x B) 17.980 x 2.490 mm
Leergewicht 16.700 kg
Max. Gewicht 26.900 kg
Jahres-km-Leistung ---
Kapazität 45 Sitz- und 100 Stehplätze
Besonderheit Schnellabsenkende Stromabnehmer,
Typ Kiepe OSA 200